Informationen zum Buch: erschienen am 30. September 2021 Verlag Eichborn 464 Seiten ISBN 978-3-8479-0090-0 übersetzt von
Klappentext / Zusammenfassung: Dunkle Kräfte sind am Werk – und The Stranger Times geht ihnen auf den Grund. Die Wochenzeitung ist Großbritanniens erste Adresse für Unerklärtes und Unerklärliches. Zumindest ist das ihre Eigenwerbung …
Gleich in Hannah Willis‘ erster Arbeitswoche bei der Zeitung tritt eine Tragödie ein, und The Stranger Times ist gezwungen, tatsächlich investigativen Journalismus zu betreiben. Hannah und ihre Kollegen kommen zu einer schockierenden Erkenntnis: Einige der Geschichten, die sie zuvor selbst als Unsinn abgetan hatten, sind furchtbar real.
Meine Meinung: Liebe Leserin, lieber Leser,
als Hannah ihren neuen Job antreten will, kommt sie zunächst aus dem Staunen nicht mehr raus: Sie steht vor einer Kirche, aus dessen Fenster sich grade ein Mann stürzen will – was aber von seinen Kollegen mit Schulterzucken abgetan wird. Und schon ist Hannah drin in einer Redaktion, die vor skurilen Typen strotzt – und alle haben sie das Herz am rechten Fleck. Wie schon im Klappentext beschrieben, befasst sich „The Stranger Times“ mit unerklärten und unerklärlichen Vorkommnissen – an die eigentlich noch nicht mal die Redaktionsmitglieder glauben. Doch dann kommt alles anders und es wird spannend, mysteriös, unerklärlich.
Also, wer den typischen britischen schwarzen Humor mag, gerne lacht und Fantasy-Fan ist, der ist mit „The Stranger Times“ sehr gut bedient. Ich habe beim Lesen Tränen gelacht!
Informationen zum Buch: erschienen am 21. März 2022 Heyne Verlag 333 Seiten ISBN 978-3-453-27377-1
Klappentext / Zusammenfassung: Was wissen wir schon über unsere Eltern? Meistens viel weniger, als wir denken. Und manchmal gar nichts. Die fünfzehnjährige Kim hat ihren Vater noch nie gesehen, als sie von ihrer Mutter über die Sommerferien zu ihm abgeschoben wird. Der fremde Mann erweist sich auf Anhieb nicht nur als ziemlich seltsam, sondern auch als der erfolgloseste Vertreter der Welt. Aber als sie ihm hilft, seine fürchterlichen Markisen im knallharten Haustürgeschäft zu verkaufen, verändert sich das Leben von Vater und Tochter für immer.
Ein Buch über das Erwachsenwerden und das Altern, über die Geheimnisse in unseren Familien, über Schuld und Verantwortung und das orange-gelbe Flimmern an Sommerabenden.
Meine Meinung: Liebe Leserin, lieber Leser,
Kim lebt bei ihrer Mutter und ihrem Schwiegervater und deren Sohn in sehr guten Verhältnissen. Zumindest sind die Verhältnisse finanziell gut, da ihr Schwiegervater ein erfolgreicher Investor ist. Ihre Mutter vergöttert den Sohn, Kim läuft eher so nebenbei. Und dann, eines Tages, verletzt Kim ihren Bruder schwer – und damit ist sie erstmal bei ihrer Familie unten durch: Während Stiefvater, Mutter und Bruder die Ferien in Miami am Strand und im Luxushotel verbringen, wird Kim zu ihrem leiblichen Vater abgeschoben. Ins Ruhrgebiet. Genauer gesagt, in ein abgehalftertes Industriegebiet mitten im Pott, wo ihr Vater in einer Lagerhalle lebt. Kims Zimmer ist eine Abstellkammer, in die ein Bett reingequetscht wurde. Und Kim, mitten in der Pubertät und gegen alles, soll in dieser Einsamkeit ihre Ferien verbringen, bei einem Mann, der von Teenagern keine Ahnung hat und den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat?
Sie lernt die Freunde ihres Erzeugers kennen, während sie sich langweilt. Einziger Lichtblick: Alik. Er ist in ihrem Alter, sieht gut aus und sie freunden sich schnelll an. Doch Alik muss auch arbeiten und hat nicht immer Zeit. Außerdem hat die verwöhnte Kim arge Probleme, sich mit den ärmlichen Verhältnissen ihrer Sommerresidenz abzufinden. Doch irgendwann „wacht sie auf“ und stellt, auch mit Aliks Hilfe, fest, dass man auch ohne Geld ein erfülltes Leben leben kann und dass gute Freunde nicht mit Geld aufzuwiegen sind. Und am Ende …
Nein, ich werde nicht spoilern. Bitte lies dieses Buch selbst und mach Dir Deine eigenen Gedanken. Es ist es wert!
Informationen zum Buch: erschienen am 09. August 2010 Verlag Goldmann 473 Seiten ISBN 978-3-442-47235-2 übersetzt von Armin Gontermann
Klappentext / Zusammenfassung: Kolyma – das ist der Vorhof der Hölle. Am äußersten Rand von Sibirien gelegen, tausende Kilometer von Moskau entfernt, gibt es hier nur Steine, Schnee, Permafrost – und Lager. Die schlimmsten Gulags der Sowjetunion. In diese eisige Wüste lässt Leo Demidow sich einschmuggeln, denn seine Tochter wurde entführt, und ihr Leben steht auf dem Spiel. Doch als einer der Mithäftlinge ihn als ehemaligen KGB-Agenten enttarnt, sitzt Leo plötzlich in einer tödlichen Falle …
Meine Meinung: Liebe Leserin, lieber Leser,
Leo Demidow, der Agent aus „Kind 44“, ermittelt wieder. Diesmal verschlägt es ihn in Hölle auf Erden: Ein Arbeitslager in Sibiren. Es gibt nur Kälte, Arbeit und Entbehrungen, Misstrauen, Angst und Wut.
Stalin ist gestorben, Chruschtschow ist an der Macht und distanziert sich deutlich von den Methoden seines Vorgängers. Die UdSSR befindet sich im Umbruch. Geheimagenten werden noch weniger gut gelitten als zuvor. Und dann kommt die Frau von Leos ersten Verhafteten frei und beginnt ihren Rachefeldzug: Sie entführt Leos Adoptivtochter, um ihn zu zwingen, ihren Mann aus dem Gulag Kolyma zu befreien. Und damit beginnt das Abenteuer, das an Spannung und Brutalität nichts zu wünschen übrig lässt.
Wieder hat T.R. Smith sehr gut recherchiert und bringt dem Leser die Atmosphäre der Zeit und insbesondere im Gulag sehr nahe. Wieder habe ich das Buch nur schwer aus der Hand legen können. Und wieder war das Buch viel zu schnell zu Ende und ich musste erstmal nach Luft schnappen. Hammer!
Informationen zum Buch: erschienen am 04. Januar 2010 Goldmann Verlag 509 Seiten ISBN 978-3-442-47207-9 übersetzt von Armin Gontermann
Klappentext / Zusammenfassung: Moskau 1953. Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt, fürchterlich zugerichtet. Doch in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in tödliche Gefahr …
Meine Meinung: Liebe Leserin, lieber Leser,
dieses Buch wurde mir von meinem Lieblingsbuchhändler empfohlen. Und wenn er empfiehlt, dann kaufe ich. Denn inzwischen kennt er mich bzw. meinen Lesegeschmack wohl recht gut und auch in diesem Fall war seine Empfehlung ein Volltreffer.
Wir befinden uns in Moskau unter Stalins Herrschaft. Dies war eine Zeit, wo es in der UdSSR keine Verbrechen gab. Verbrechen sind immer kapitalistisch motiviert, so die aufdiktierte Meinung, und Kommunisten sind halt bessere Menschen. Damit das so bleibt, gibt es Leute wie Leo Demidow, die für den Geheimdienst arbeiten und jeden noch kleinen Verdacht mit erbarmungsloser Härte verfolgen und bestrafen. Letzteres bedeutet Folter und Tod.
Und dann wird der Sohn eines Kollegen tot aufgefunden. Alle, die die Leiche gesehen haben, sagen, es sei Mord. Doch da es keine Morde geben darf, werden sie mundtot gemacht. Genauer gesagt, Leo Demidow muss sich darum kümmern, dass die Gerüchte im Keim erstickt werden, was ihm auch gelingt.
Aufgrund einer Verhaftung in einem anderen Fall und des Neids eines Untergebenen, kommt Leo auf die Abschussliste des Geheimdienstes. Da er aber ein gutes Verhältnis zu seinem Vorgesetzten hat, wird er nicht in ein Gulag geschickt, sondern in einem Dorf der Miliz unterstellt. Und dort taucht eine Leiche auf, die genauso zugerichtet wurde wie der Junge in Moskau.
Leo beginnt zu ermitteln. Zunächst auf eigene Faust, doch irgendwann kann er den Leiter der Miliz überzeugen, ihn zu unterstützen. Heraus kommt, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits über 40 Morde gab, alle nach dem gleichen Schema. Der Junge in Moskau ist Nummer 44. Und Leo kommt in Fahrt.
Mein Fazit: Ein Thriller, der seinen Namen verdient. Die Handlung ist dicht. Die Lebensumstände sowohl in der UdSSR unter Stalin als auch in Leos Leben werden gut beschrieben und in die Handlung integriert. Schnell stellte sich bei mir ein Gefühl der Beklemmung ein. Wie mag es sein, wenn man auf Schritt und Tritt überwacht wird und man im Endeffekt noch nicht mal seiner eigenen Familie trauen kann? Wie mag es sein, wenn einem weisgemacht wird, im Kapitalismus mit seinen vollen Regalen ist alles schlecht, während man selbst stundenlang für einen Laib Brot ansteht? Und dann Leos Kampf gegen die Windmühlenflügel der Kommunistischen Staatsgewalt und der Aussage: Es gibt bei uns keine Verbrechen.
Dieses Buch benötigt unbedingt: – mehrere Stunden ungestörte Lesezeit – einen großen Vorrat Tee oder Kaffee – Nervennahrung – Wolldecke
Informationen zum Buch: erschienen am 12. Oktober 2020 Verlag Ullstein Hardcover 428 Seiten ISBN 978-3-550-20102-8
Klappentext / Zusammenfassung: Schwer was los in Qualityland, dem besten aller mögliches Länder!
Jeder Monat ist der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnung, ein Billionär möchte Präsident werden, und dann ist da noch die Sache mit dem Dritten Weltkrieg. Peter Arbeitsloser darf derweil endlich als Maschinentherapeut arbeiten und versucht, die Beziehungsprobleme von Haushaltsgeräten zu lösen. Kiki Unbekannt schnüffelt in ihrer eigenen Vergangenheit herum und bekommt Stress mit einem ferngesteuerten Killer. Außerdem benehmen sich alle Drohnen in letzter Zeit ziemlich sonderbar …
Meine Meinung: Liebe Leserin, lieber Leser,
eine Dystopie im Stile der alten Meister wie Aldous Huxley („Schöne neue Welt“) und George Orwell („1984“). Allerdings ist dies der Dystompie zweiter Teil und die Lektüre des ersten Teils ist zum Verstehen dieses Buch unbedingt erforderlich.
Also, es ist nicht schlecht. Den ersten Teil habe ich vor ein paar Jahren gehört und dachte, ich hätte die Story noch parat, doch dem war nicht ganz so. Doch glücklicherweise ist mein Gedächtnis trotz meines leicht fortgeschrittenen Alters noch gut genug, um mich beim Lesen von QL 2.0 an die wichtigsten Charaktere und Begebenheiten aus QL 1.0 zu erinnern.
Wie dem auch sei, QL 2.0 ist ein typischer Kling, wenn ich das mal so sagen darf: Es mischt sich Satire mit unglaublich vielen Anspielungen auf andere Werke der Literatur- und Filmgeschichte (ich konnte u.a. „Game of Thrones / Das Lied von Eis und Feuer“, „Herr der Ringe“, die Känguru-Bücher, „Sesamstraße“, „Zurück in die Zukunft“ u.a.) herauslesen. Manchmal gleitet die Story ins Absurde ab, wird aber, in Kling-Manier, immer wieder rumgerissen. Und leider wirkt das Ende etwas sehr konstruiert, so nach dem Motto: „Mir fällt nix mehr ein, aber irgendwie muss ich ja zum Schluss kommen.“ Ich schätze, das hätte man etwas besser lösen können.
Mein Fazit: Als Buch ist es okay. Als Hörbuch vielleicht noch besser, weil dann die Stimmen der Protagonisten noch viel zur Atmosphäre des Buches beitragen können. MUK-Fans sollten sich das Buch aber auf jeden Fall zu Gemüte führen. Alleine wegen Mickey …
Informationen zum Buch: erschienen am 01. Oktober 2013 Verlag dtv 316 Seiten ISBN 978-3-423-14828-3 übersetzt von Brigitte Große
Klappentext / Zusammenfassung: In diesem in Frankreich vielfach ausgezeichneten Roman nähert sich Sorj Chalandon einem besonders aufwühlenden Ereignis seiner eigenen Biographie. Frei entlang der Lebensgeschichte eines engen Freundes erzählt er von einem IRA-Kämpfer, der zum Spion des britischen Geheimdienstes wird. Und entfaltet vor unseren Augen mit großer Wucht und in einfacher Sprache eine Tragödie. „Rückkehr nach Killybegs“ ist eine unerbittliche und aufwühlende Parabel über Gewalt, Krieg und Verrat.
Meine Meinung: Liebe Leserin, lieber Leser,
ein Franzose, der über den nordirischen Bürgerkrieg schreibt? Das kann nix vernünftiges sein. Zumindest dachte ich das, als ich den Klappentext las. Denn ich muss gestehen: Ich kaufte das Buch wegen des Titels und dachte damals, das sei so eine seichte „Frau kommt in das Haus ihrer irischen Großmutter, um ihr Leben neu zu ordnen, verliebt sich in den Nachbarn und bleibt“-Geschichte. Tja, falsch gedacht, Smoky! Tatsächlich ist das Buch ganz anders: weder seicht noch schnulzig oder vorhersehbar. Ganz im Gegenteil: Ein fesselndes Buch über ein wichtiges Thema der irischen Geschichte.
Als alter Mann blickt Tyrone Meehan auf sein Leben zurück. Er ist in das Dorf seines Vaters, die Hütte seiner Kindheit zurückgekehrt und schreibt seine Erinnerungen auf – nicht als Erklärung oder Entschuldigung, sondern weil nur er weiß, warum er Jahrzehnte zuvor eine schwerwiegende, von außen nicht nachvollziehbare Entscheidung getroffen hat.
Das Ergebnis Tyrones Rückschau ist ein ergreifendes Buch, das mich mehr als einmal atemlos zurückgelassen hat, wenn ich eine Lesepause einlegen musste. Einfach erzählt, ohne viel Aktion und/oder detaillierter Beschreibungen von Kampfhandlungen, auf das wesentliche reduziert, ist „Rückkehr nach Killybegs“ ein Roman, der die Gefühle der Iren in Nordirland zwischen den 1930ern und den 1980er Jahren sehr gut transportiert: Frust, Angst, Wut, Hilflosigkeit, Verzweiflung, Gottvertrauen, Hass und Nationalstolz, alles gepaart mit einem unbedingten Überlebenswillen.
Mein Fazit: Wer sich für den irischen Bürgerkrieg, die „Troubles“, interessiert, sollte dieses Buch lesen. Es ist gut recherchiert, bringt die wichtigsten Ereignisse zur Sprache, ohne sie unnötig lang auszuführen, und vermittelt, wie ich finde, ein emotional sehr tiefes Bild der damaligen Zeit ohne pathetisch oder grausam zu sein. Von mir eine klare Leseempfehlung.
wir erwarten Handwerker, die wahrscheinlich in meinem Büro-Bibliotheks-Keller Kabel verlegen müssen. Zum Glück haben wir seinerzeit beim Einzug große Kabelkanäle unter der Decke montiert, so dass die Verlegung an sich (hoffentlich) ohne große Probleme vonstatten gehen wird. Leider kommt man an die Kanäle stellenweise nur ran, wenn man die Bücherregale von der Wand rückt. Tja …
Inzwischen bin ich seit über eine Woche dabei, die Regale auszuräumen und Bücher auszusortieren. Ich hatte vor längerer Zeit durch eine Haushaltsauflösung einen ganzen Schwung Bücher geschenkt bekommen. Genau genommen waren es 16 Umzugskartons. Man konnte dem Sortiment ansehen, dass es sich um die Bibliothek eines ehemaligen Lehrerhaushalts handelte, doch es waren auch unheimlich viele Bücher dabei, die ich mir auch gekauft hätte. Es hat sich also gelohnt – nur, dass danach gut 2.300 Bücher in meinen Regalen standen. Zweireihig. Von „Überblick“ oder gar „Finden“ war keine Rede mehr. Mir war also schon lange klar, dass ich aussortieren muss, und zwar ziemlich radikal. Allerdings habe ich den Aufwand immer gescheut wie der Teufel das Weihwasser. Doch nun, wo die Handwerker da ran müssen, habe ich keine Ausrede mehr und bin fleißig dabei.
Einen ersten Durchgang habe ich heute abgeschlossen. So sieht mein Keller zur Zeit aus:
Ja, das Chaos hat ein Zuhause. Doch es wird werden …
Also, zur Erklärung: Die Bücher, die bleiben dürfen, sind die Bücher, die in den Regalen liegen. Dazu kommen noch 22 Umzugskartons, zumindest nach jetzigem Stand. Beim Einräumen werde ich aber weiter aussortieren. Da sind bestimmt noch doppelte bei. Bücher, die in den Regalen stehen, ziehen aus. Ich kontaktiere dafür ein Antiquariat und hoffe, dass sie alles abnehmen – und auch die 15 Klappboxen, die ich zur Zeit in der Eßecke geparkt habe. Achja, das letzte Regal, da wo die Aktenordner unten drinstehen, habe ich noch nicht durchgesehen. Das sind in erster Linie Weihnachtsbücher, da muss ich mal gucken, was blieben darf.
Insgesamt habe ich bis jetzt knapp 1.000 der 2.300 Bücher aussortiert. Reicht noch nicht, klar, aber es ist ein Anfang. Und weißt Du was? Es fühlt sich verflixt gut an! Diese Aktion zusammen mit ein paar grundsätzlichen Entscheidungen sorgt dafür, dass mein Büro-Bibliotheks-Keller in absehbarer Zeit endlich wieder das wird, was er sein soll: Mein Zimmer.
Informationen zum Buch: erschienen am 24.05.2022 Verlag Mira Taschenbuch 412 Seiten ISBN 978-3-7457-0289-7 übersetzt von Ulrike Laszlo und Sabine Schilasky
Klappentext / Zusammenfassung: Erst wenn du dich von deiner Vergangenheit befreist, kann die wahre Liebe sich erfüllen. Emery liebt ihre Buchhandlung und hat in dem Küstenort Hartwell eine Ersatzfamilie gefunden. Allerdings hat sie ein Geheimnis, von dem selbst ihre besten Freundinnen nichts wissen: Sie hat sich in Jack Devlin verliebt, der den Ruf eines Bad Boys genießt. Weil Emery zu schüchtern ist, wagt sie es nicht, ihm ihre Gefühle zu gestehen. Jeden Tag, wenn sie mit ansehen muss, wie Jack andere Frauen verführt, bricht ihr Herz ein Stück mehr. Doch dann liegt Emery in Jacks Armen, sie spürt seine sinnlichen Lippen auf ihren und eine ungeahnte Leidenschaft. Bis er sie von sich stößt. Tief verletzt will Emery ihn und alles, was sie je für ihn empfunden hat, vergessen. Aber plötzlich sucht Jack wieder ihre Nähe und setzt alles daran, dass sei ihm vergibt …
Meine Meinung: Liebe Leserin, lieber Leser,
Jack und Emery brauchen 9 Jahre, um endlich zueinander zu finden. In diesem Buch kommt alles zusammen, was zu einem Liebesroman gehört: Eine wunderschöne, schlanke, wohlproportionierte junge Frau mit reichlich Vermögen im Hintergrund kommt in eine Kleinstadt und eröffnet trotz ihrer Schüchternheit einen Buchladen mit Kaffeetheke. Der stadtbekannte Don Juan ist ebenso perfekt gebaut (schlank, muskulös, braungebrannt, charmant …). Die beiden verlieben sich auf den ersten Blick, doch es gibt unheimlich viele Hindernisse aus dem Weg zu räumen, bis sie sich endlich ihre Liebe gestehen können. Um nur ein paar Hindernisse zu nennen: ein reicher Vater mit einem Geschäftsgebaren wie Al Capone, diverse Frauen diversen Alters mit diversen Traumata (u.a. Emery, die unter der mangelnden Liebe ihrer Eltern und ihrer Großmutter leidet), zerbrochene Freundschaften, Eifersucht, Mißverständnisse, ungewollte Schwangerschaft, Beinahe-Fehlgeburt usw. usf.
Mein Fazit: Ich bin zu alt für dieses Buch. Wäre ich noch Anfang oder Mitte Zwanzig, wäre ich wohl begeistert und würde von dem Buch schwärmen. Jetzt, mit Ende 40, empfinde ich die Story als unrealistisch und an den Haaren herbei gezogen. Und wieder einmal stört es mich, dass alle Protagonisten perfekt und wunderschön sind. Keine Falten, keine Pickel, keine Speckröllchen … Nein, nicht mein Buch und vermutlich nicht mein Genre.
Informationen zum Buch: 2021 erschienen Verlag C. H. Beck oHG, München 253 Seiten ISBN 978 3 406 74985 8
Klappentext / Zusammenfassung: Die letzte Woche des Dritten Reiches hat begonnen. Hitler ist tot, aber der Krieg noch nicht zu Ende. Alles scheint zum Stillstand zu kommen, und doch ist alles in atemloser Bewegung. Volker Ullrich schildert Tag für Tag diese „zeitlose Zeit“ und entführt den Leser in eine zusammenbrechende Welt voller Dramatik und Gewalt, Hoffnung und Angst. Sein Buch ist eine unvergessliche Zeitreise in den Untergang.
„“Acht Tage im Mai“ ist ein faktenreiches, akribisch recherchiertes und zugleich faszinierendes Buch. Jeder Tag fesselt und wühlt den Leser auf. Es liefert fabelhaften Geschichtsunterricht in Corona-Zeiten.“ Tagesspiegel, Christina Brinck
„Ein spannendes, fast schon atemloses Buch, das einen förmlich zum Weiterlesen zwingt. Selten war Geschichte so packend.“ Stuttgarter Zeitung, Simon Rilling
Meine Meinung: Liebe Leserin, lieber Leser,
ich interessiere mich sehr für das Thema „2. Weltkrieg“ und die Zeit drumherum, weil ich verstehen möchte, was damals geschah – auch wenn es eigentlich völlig unverständlich ist. Mir ist es wichtig, viel darüber zu wissen, auch um junge Menschen (insbesondere meine Söhne) dahingehend zu sensibilisieren, dass sich grade dieser Part der Geschichte um Himmelswillen nicht wiederholen darf.
Bislang habe ich schon so einiges gelesen: Romane, die in den 1940er Jahren spielten, Erinnerungen, Augenzeugenberichte, GEO epoche … alles gut recherchiert und sehr informativ und interessant. Doch diese acht Tage Anfang Mai 1945, davon habe ich bislang kaum etwas mitbekommen. Okay, Hitler hat sich durch Selbstmord aus der Verantwortung gestohlen, das ist bekannt. Familie Goebbels folgte ihm, auch das ist bekannt. Dass die Leichen verbrannt wurden, wußte ich auch. Dass die verkohlten Reste von Hitler und Eva Braun bis in die 1970er Jahre auf einem Militärstützpunkt verscharrt und erst dann restlos verbrannt und die Asche verstreut worden war, wußte ich beispielsweise nicht.
In der Schule lernten wir: „Hitler hat sich am 30. April umgebracht. Die Wehrmacht kapitulierte am 8. Mai. Damit war der Krieg zu Ende.“ Jo. Irgendwo schnappte ich dann mal Namen wie „Dönitz“ auf und auch von der „Cap Arcona“ hörte ich mal am Rande, aber näheres war mir leider nicht bekannt.
Und dann wurde ich auf dieses Buch aufmerksam – und neugierig. Meine Neugierde wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil: Es ist vollgepackt mit Informationen und einer wahren Flut von Namen, was es mir zeitweise schwer machte, die Personen auseinander zu halten. Die besagten acht Tage werden akribisch beschrieben: was passierte wann und wo und wer machte was. Es wird aber auch beschrieben, welche Auswirkungen die einzelnen Handlungen hatten und wie alles zusammenhing. Ja, es ist ein Sachbuch, doch es ist dröge, sondern lässt sich gut lesen. Es ist gut recherchiert, verständlich und hat, trotz des sehr ernsten Themas, auch ein wenig Spaß gemacht. Trotzdem konnte ich es aufgrund der Flut an Informationen nur häppchenweise lesen.
Mein Fazit: Wer sich für Geschichte und insbesondere die Rolle der Deutschen im 2. Weltkrieg interessiert, für den ist dieses Buch Pflichtlektüre. Mein Exemplar wird erstmal zu meiner Mutter wandern, dann aber einen festen Platz in meinem Bücherregal finden. Ich schätze, ich habe es nicht zum letzten Mal gelesen.
Klappentext / Zusammenfassung: Seit Jahren verstecken sie sich auf der Insel: Mutter, Vater, zwei Kinder. Die Bedrohung ist allgegenwärtig – die Fremden vom Festland wollen die Familie auslöschen. Im selbstgebauten Schutzraum fühlen sie sich sicher. Bis die sechszehnjährige Juno eines Nachts eine furchtbare Entdeckung macht. Das Böse ist schon gefährlich nah …
Meine Meinung: Liebe Leserin, lieber Leser,
Juno ist 16 Jahre alt und in völliger Abgeschiedenheit aufgewachsen. Seit 12 Jahren lebt sie mit ihren Eltern und ihrem Bruder auf einer Insel in Schweden, ohne Kontakt zur Außenwelt. Der Alltag ist von Ritualen bestimmt: Juno hilft im Haushalt, ihr Bruder braucht dies nicht. Unterrichtet werden die Kinder von der Mutter. Der Vater kümmert sich darum, dass das Haus instand gehalten wird und dass es immer genug Feuerholz zum Heizen und Kochen gibt. Außerdem fährt er einmal im Monat über den See und kauft die Dinge, die sie auf der Insel nicht anbauen, jagen oder fischen können. Auf der Insel können sich die Kinder frei bewegen. Doch es gibt ein paar Verbote: Montags, wenn der Briefträger „Onkel Ole“ kommt, müssen die Kinder auf ihren Zimmern bleiben. Sie dürfen die Insel nicht verlassen. Sie dürfen das Arbeitszimmer des Vaters nicht betreten. Und wenn die Sirene heult, müssen sie alles stehen und liegen lassen und in den Schutzraum unter der Küche rennen, bis die Gefahr vorbei ist. Denn die Familie ist in Gefahr: Die Fremdlinge aus dem Südland trachten ihnen nach dem Leben und nur die Wächter aus dem Nordland können sie beschützen.
In dieser Atmosphäre der Angst und Unwissenheit wachsen die Kinder auf.
Doch dann unterläuft Juno ein schwerwiegender Fehler, der die Dinge ins Rollen bringt.
Beim Lesen des Buches habe ich mehrmals gedacht: „Warum macht sie das?“ und „Es ist doch klar, dass …“, bis mir wieder einfiel, unter welchen Umständen Juno aufgewachsen ist. Sie hatte keinerlei Zugang zu den Dingen, die uns selbstverständlich erscheinen: keine Bücher (außer ein altes Märchenbuch und Naturkundebücher), keine Zeitungen, kein Radio oder Fernseher und schon gar kein Internet. Sie war völlig isoliert. Und genau in dieser anfänglichen Unwissenheit liegt der Charme der Geschichte. Es ist spannend mitzuerleben, wie Juno sich im Laufe der Zeit Dinge zusammenreimt, mutiger wird, Risiken eingeht. Und ganz plötzlich merkt man, dass die Geschichte unheimlich an Fahrt aufgenommen hat und den Leser förmlich atemlos mitreißt.
Wenn ich bedenke, dass „Als das Böse kam“ das erste Buch von Ivar Leon Menger ist, kann ich nur hoffen, dass seine nächsten Bücher mindestens genauso spannend werden. Ich werde auf jeden Fall die Augen offen halten.