im deutschen Bookcrossing-Forum gibt es jeden Monat einen sogenannten Lesemarathon. Was das ist? Ganz einfach:
„Jeder versucht so viel wie möglich zu lesen, jeder kann zählen, was er will, Minuten, Seiten, Bücher… Zu gewinnen gibt es nichts. Dabei sein ist alles! Es geht darum sich Zeit fürs Lesen frei zu schaufeln und den MTBR ab zubauen.“ (Zitat aus dem aktuellen Thread).
MTBR heißt übrigens „Mount To-Be-Read“, also „Berg der noch zu lesenden Bücher“. Mein MTBR ist äußerst umfangreich, doch dazu ein andermal.
Diesen Monat werde ich zum ersten Mal an diesem Lesemarathon teilnehmen und meinen Fortschritt regelmäßig sowohl im Forum als auch hier posten.
Lesetag
gelesene Seiten
Fr., 15.05.
36
Sa., 16.06.
9
So., 17.05.
207
Mo., 18.05.
95
Di., 19.05.
nichts
Mi., 20.05.
nichts
Do., 21.05.
30
Fr., 22.05.
nichts
Sa., 23.05.
nichts
So., 24.05.
nichts
Summe
377
Die Bücher, die ich während dieser Challange lese, sind:
„Ulysses“ von James Joyce (Rest, am 18.05. abgeschlossen)
„Die Buchspringer“ von Mechtild Gläser
Lieben Gruß,
Nachtrag am 05.06.2020
Tja, das war wohl nix. Ich habe kaum gelesen. Ein Grund dafür war sicherlich, dass ich wenig Zeit hatte; ein anderer, dass das zweite Buch mich nicht fesseln konnte. Ich schätze, ich werde es im Juni nochmal versuchen. Vielleicht klappt es dann ja besser.
Informationen zum Buch: erschienen am 29.04.1996 Verlag suhrkamp taschenbuch Seiten 1008 ISBN 978-3-518-39051-1
Klappentext / Zusammenfassung: Der 16. Juni 1904 war ein ganz gewöhnlicher Tag, und dennoch ist er in die Geschichte der Weltliteratur eingegangen. An diesem Tag von acht Uhr früh bis drei Uhr morgens erlebt Leopold Bloom die Großstadt Dublin, und der Leser lernt mit ihm seine Handlungen, Begegnungen und Gedanken kennen: ›Ulysses‹, der Roman des Jahrhunderts. (Quelle: Suhrkamp)
1922 veröffentlichte der irische Schriftsteller James Joyce mit Ulysses einen der unkonventionellsten Romane aller Zeiten; er gilt heute als der moderne Roman schlechthin. Obwohl an der Oberfläche der simplen Handlung nicht viel passiert – ein Tag im Leben einiger alltäglicher Menschen in Dublin -, entfaltet Joyce auf annähernd 1000 Seiten eine moderne Version von Homers Odyssee. Im Zentrum stehen zwei Dubliner, die sich erst am Ende des Romans begegnen und deren 20-stündige Odyssee durch den Großstadtdschungel akribisch nachgezeichnet wird: der vaterlos-suchende Stephen Dedalus und der betrogene Ehemann und Außenseiter Leopold Bloom. In der „größten Schöpfung unter den Romanen des 20. Jahrhunderts“ (New York Times) konfrontiert Joyce den Leser mit einer Vielzahl von literarischen Stilformen: Da werden ganze Kapitel als Dialog geschrieben, unverständliche Slangwörter aneinandergereiht, oder die Prosa verwandelt sich vom Altenglischen über mehrere Zwischenstufen in die moderne Alltagssprache. Und dann ist da noch die von Joyce perfektionierte Technik des Bewusstseinsstroms („Stream of Consciousness“), die den Leser direkt in die oftmals chaotische Gedankenwelt der Protagonisten hineinwirft. Der Roman bricht mit allen Konventionen. Durch seine wenig spektakuläre Handlung, den kniffligen Aufbau und nicht zuletzt auch die sprachlichen Verfremdungen blieb dem Buch der große Publikumserfolg verwehrt. Auch heute noch gilt: Der Roman ist ein intellektuelles Vergnügen für literarisch gebildete Leser – aber Schwerstarbeit für alle anderen! (Quelle: https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/ulysses/3418 )
Meine Meinung: Liebe Leserin, lieber Leser,
dieses Buch schlummerte seit Jahrzehnten in meinem Regal. Ich hatte es vor gut 20 Jahren auch schonmal begonnen, aber aufgrund seiner Komplexität und für mich damals nicht nachvollziehbaren Handlung recht schnell aufgegeben. Seitdem lacht es mich an, allein mein Mut fehlte.
Dieses Jahr nahm ich einen neuen Anlauf. Das Buch hat an seinem Anspruch an den Leser nichts verloren, doch dieses Mal hatte ich den Biss, mich durchzukämpfen.
Nachdem ich die ersten 200 Seiten geschafft hatte, hatte ich den Dreh raus: Einfach lesen. Die Story entwickelt sich langsam und schweift sehr oft ab, findet aber immer wieder zum roten Faden zurück.
Der 16. Juni 1904 ist ein ganz normaler Tag in Dublin. Der geneigte Leser begleitet Leopold Bloom bei seinen ganz alltäglichen Verrichtungen, wie dem Gang zum Metzger und ins Badehaus oder zum Essen ins Restaurant. So gesehen gibt die Story nicht viel her, und man mag sich fragen, wie James Joyce es geschafft hat, dies auf über 1.000 Seiten zu strecken. Die Antwort ist einfach: Er hat nicht nur die bloßen Tätigkeiten und Begegnungen beschrieben, sondern ist auch tief in die Gedankenwelt der Protagonisten eingetaucht und er hat auch scheinbar nebensächliches so ausführlich beschrieben, als wäre es grade die wichtigste Sache der Welt. Auf diese Weise lernt der Leser Leopold & Consorten schon fast intim kennen.
Mein Fazit: Ja, es ist anspruchsvoll und verlangt sehr viel vom Leser. Doch es lohnt sich! Zumindest kann man am Ende sagen: „Ich habe es gelesen!“ und ein gewisser Stolz stellt sich ein.
Lieben Gruß,
Nachtrag: Da dieses Buch auf ** Platz 11 meiner „100 Bücher“-Liste ** steht, werde ich es zu gegebener Zeit nochmal lesen. Mal sehen, wie es mir dann gefällt.
Informationen zum Buch: 2011 erschienen im Verlag DuMont ISBN 978-3-832-16154-5
Klappentext: „Hamburg, Nachkriegszeit: Ein Serienmörder hält die Stadt in Atem Es ist einer der kältesten Winter des Jahrhunderts, und Hambug liegt seit 1947 in Trümmern. Da wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt: nackt, kein Hinweis auf ihren Mörder. Die Ermittler um Oberinspektor Stave haben kaum Hoffnung, den Fall zu lösen. Schon bald werden weitere Tote aufgefunden, und den Polizisten wird klar, dass sie den Mörder aufhalten müssen, um Schlimmeres zu verhindern …“
Meine Meinung: Cay Rademacher ist mir bereits durch GeoEpoche bekannt und ich weiß, dass er sehr gut recherchiert. Dieses war der erste Roman, den ich von ihm gelesen habe, und er hat mich sofort begeistert: Gut recherchiert, lebendig und einfühlsam geschrieben, sympatische Hauptpersonen. Es gibt keine wilden Schießereien, Beschreibungen von Gemetzeln und wahnwitzige Verfolgungsjagden, sondern einen klassischen Krimi, bei dem der leitende Ermittler ein Mensch ist mit dem Herzen am rechten Fleck, der private Probleme und Sorgen hat und sich sein Mitgefühl bewahren konnte.
ich heiße Dich auf meinem neuen Blog ganz herzlich Willkommen!
Vielleicht kennst Du mich schon aus meiner Kreativwerkstatt, wo ich, unterstützt von Filou, Lilla und Flocke, über meine Handarbeiten berichte. Doch das Leben besteht nicht nur aus Wolle und Häkel-/Stricknadeln, sondern hat noch viel mehr zu bieten. Und davon möchte ich auf diesem Blog berichten: Was interessiert mich noch, außer Handarbeiten?