Kruse, Tatjana – Kreuzstich Bienenstich Herzstich

Informationen zum Buch:
erschienen am 9. Dezember 2009
Knaur Verlag
320 Seiten
ISBN 978-3-426-50367-3

Klappentext / Zusammenfassung:
Kommissar Siegfried Seifferhed, ledig, gutaussehend und wohnhaft in Schwäbisch Hall, wurde bei senem letzten Einsatz schwer verletzt und in den Frühruhestand versetzt. Doch die Polizeiarbeit legt man nicht ab wie einen alten Hut. Als immer mehr alleinstehende Männer in seiner beschaulichen Heimatstadt einen unerwarteten Tod sterben, glaubt der sympathische Kommissar a.D. nicht ane einen Zufall. Und so unterbricht Seifferheld seine heimliche Leidenschaft, das Sticken von Zierkissen, und macht sich auf die Spur des Serienmörders, dicht gefolgt von seinem vierbeinigen Begleiter Onis.

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,

nachdem mich „Wer zuerst liest, stirbt zuletzt“ begeistert hat, wollte ich mehr von Tatjana Kruse lesen. Daher holte ich mir dieses Buch, den ersten Band zur Krimireihe um Kommissar a.D. Seifferheld. Leider musste ich feststellen, dass mir die Charaktere so gar nicht liegen. Wie Seifferheld es zum Kommissar bringen konnte, ist mir ein Rätsel, steht er doch zu Hause unter der Knute seiner drei Grazien: seiner äußerst resoluten Schwester Irmgard, seiner beruflich sehr erfolgreichen Tochter Susanne und seiner Nichte Karina, Studentin und Paradiesvogel der Familie. Er scheint trotzdem einiges auf dem Kasten und vor allem den richtigen Riecher zu haben, immerhin mischt er sich in die laufenden Ermittlungen bei einem Serienmord ein und seine ehemaligen Kollegen lassen ihn gewähren. Doch warum verheimlicht er sein Hobby sogar vor seinem Harem? Es ist doch nichts besonderes, wenn Männer Handarbeiten machen …

Wie dem auch sei, weitere Romane um Kommissar Seifferheld werden nicht in mein Regal einziehen.

Deine

Kruse, Tatjana – Wer zuerst liest, stirbt zuletzt

Informationen zum Buch:
erschienen am 19. Mai 2026
Insel Verlag
220 Seiten
ISBN 978-3-458-68450-3

Klappentext / Zusammenfassung:
In ihrer Buchhandlung „Mord & mehr“ gibt es Krimis aus aller Welt: Julia Hortmann ist Expertin für fiktive Morde – echte standen bisher nicht im Sortiment. Doch ein Nachbar, der nachts einen Teppich spazieren trägt, und auffällig viele Todesfälle in der Seniorenresidenz erregen Julias Verdacht. Während die Polizei entspannt bleibt, beginnt Julia zu ermitteln. Nur dumm, dass dieser Fall keine harmlose Lektüre ist, sonder brandgefährlich. Aber: Buchhändlerinnen können eben alles … selbst Morde aufklären.

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,

dieser Krimi macht Spaß.

Julia Hortmann verkauft nicht nur Krimis (und nichts als Krimis), sie liest sie natürlich auch leidenschaftlich gern. Und da sie eine blühende Phantasie hat, findet sie es mehr als verdächtig, dass dieser mitten in der Nacht einen zusammengerollten Teppich aus dem Haus trägt. Überhaupt ist dieser Kerl sowas von unsympatisch, der kann doch nur Dreck am Stecken haben, oder? Als sie dann auch noch mitbekommt, dass in der nahegelegenen Seniorenresidenz die Einwohner plötzlich sterben wie die Fliegen, ist ihr kriminologischer Instinkt geweckt und sie ermittelt auf eigene Faust – unterstützt von ihrer Angestellten, dieebenfalls etwas speziell ist. Bei ihren Ermittlungen muss Julia feststellen: Nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. Auch der Nachbar nicht 😉

Deine

Strohmeyer, Annette / Niemann, Eric – Hamburg Chinatown

Informationen zum Buch:
erschienen am 10. September 2025
Gmeiner Verlag
448 Seiten
ISBN 978-3839208779

Klappentext / Zusammenfassung:
St. Pauli in den 1920er-Jahren – ein Schmelztiegel der Kulturen im ersten Chinatown Deutschlands. Polizist Peder Hansen sucht dort den Mörder seines Bruders. Doch er ist nicht der Einzige mit einer Mission: Li Lim, Auftragskiller der Shanghaier Triaden, soll einen Oppositionellen töten. Als Hansen tiefer in die Unterwelt von St. Pauli vordringt, gerät er an seinen größten Feind: Woo Chong, Herrscher über das Nachtleben und mutmaßlicher Mörder seines Bruders. Schließlich bleibt Hansen nur eine Wahl: Er muss sich mit Li Lim verbünden …

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,

um mal das Positive vorweg zu nehmen: Ich wusste bis zu diesem Buch nicht, dass es in Hamburg eine Chinatown gab. Man lernt nie aus.

Die Story an sich ist aber sehr hervorsehbar: Reederstochter rebelliert gegen ihren Vater und geht im Chinesenviertel ein und aus. Polizist ermittelt ebenda verdeckt, um den Mörder seines Bruders zu finden. Auftragskiller aus Shanghai sucht sein Opfer. Im Zentrum der ganzen Gemengelage sitzt Woo Chong wie eine Spinne in ihrem Netz und zieht die Fäden. Und am Ende löst sich alles in Wohlgefallen auf.

Kurz gesagt: Nicht mein Ding.

Deine

Benedict, Alexandra – Das mörderische Christmas Puzzle

Informationen zum Buch:
erschienen am 25. September 2024
Tropen Verlag
352 Seiten
ISBN 978-3608502572
übersetzt von Elisabeth Schmalen

Klappentext / Zusammenfassung:
Es ist kurz vor Heiligabend. Schnee fällt auf die Straßen der englischen Kleinstadt – und auf die Türschwelle von Rätselexpertin Edie O’Sullivan. Dort liegt ein mysteriöses Päckchen: sechs Puzzleteile, die den Ausschnitt eines blutigen Tatortes zeigen. Dazu eine bedrohliche Nachricht: Wenn es Edie nicht gelingt, alle Teile zusammenzufügen und den Absender aufzuhalten, werden bis Weihnachten mindestens vier Menschen sterben. Ein schlechter Scherz? Da taucht das erste Opfer mit einem Puzzleteil in der Hand auf, und Edie begreift, dass sie bei diesem Puzzle um Leben und Tod spielt.

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,
Edie ist alt und lebt allein. Ihren Tag füllt sie mit dem Erstellen von Kreuzworträtseln für Zeitungen und mit puzzeln. Edie ist nicht grade als herzlich zu bezeichnen und sie hat ihren ganz eigenen Stil. Wer sagt denn, dass alte Menschen nur beige, grau und schwarz tragen dürfen? Nur wenige Menschen haben Platz in ihrem Leben; eigentlich nur ihre Freundin Riga, die im gleichen Alter ist wie Edie, und ihr Großneffe Sean. Doch dann bekommt sie das im Klappentext genannte Päckchen und die Ereignisse nehmen ihren Lauf.

Das Buch geizt weder mit Spannung noch mit Humor. Alleine in der Person „Edie“ ist soviel verborgen, dass der Leser sich auf jede Menge Sitationskomik einstellen darf. Und doch, kein richtiger Krimi kommt ohne Spannung aus, und Nervenkitzel ist wahrlich geboten – hat der Fall doch mehr mit Edie zu tun als es anfangs scheint.

Ich wünsche jedem Leser viel Vergnügen bei diesem spannenden Krimi, den man nicht nur in der Weihnachtszeit verschlingen kann.

Deine

Kalpenstein, Friedrich – Prost, auf die Künstler

Informationen zum Buch:
erschienen am 5. März 2024
Verlag Edition M
Seiten 352
ISBN 978-2496714692

Klappentext / Zusammenfassung:
„Manche Leut‘ leben für die Kunst. Andere sterben wegen ihr!“

Karl Hinterleitner wird tot in seiner Garage neben einem alten Traktor aufgefunden. Alles deutet darauf hin, dass er ermordet wurde. Hauptkommissar Tischler nimmt die Ermittlungen auf.

Laut Zeugenaussagen war der Ermordete ein paar Tage zuvor auf einem Oldtimertreffen in eine Auseinandersetzung verwickelt. Erste Recherchen ergeben, dass der alte Traktor in Hinterleitners Garage, für den er allem Anschein nach mehrere Interessenten hatte, einen beträchtlichen Wert darstellt. Doch wenig später kommt heraus, dass Hinterleitner noch ein paar Schätze mehr besaß, die ihm niemand zugetraut hätte. Musste er deshalb sterben?

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,

dieses war der erste von Fall von Hauptkommissar Tischler, den ich verfolgen durfte. Das Buch ist humorvoll geschrieben, die Charaktere liebenswert und aus dem Leben gegriffen, der Fall nicht so ganz vorhersehbar und das Ende überraschend. Das war die Kurzform.

Etwas länger ausgedrückt, klingt es so:
Im beschaulichen Brunngries findet ein alleinstehender Mann die Leiche seines Nachbarn Hinterleitner, weil dessen Traktor die ganze Nacht lief und einen Heidenlärm gemacht hat. Sowas geht aufm Dorf nunmal nicht, zumal der Hinterleitner bei seinen Nachbarn eh nicht gut gelitten ist, da er seinen Hof hat verkommen lassen. Und das ist numal ein Unding, egal ob in norddeutschen oder bayrischen Dörfern. Hauptkommissar Tischler stellt bei der Tatortbesichtigung dann auch schnell fest, dass er den Hinterleitner kannte: Es ist der schweigsame Karl vom Stammtisch. Doch warum musste er sterben? Wegen seines Lanz Bulldog, der unter Sammlern ein kleines Vermögen wert ist? Und war es Selbstmord oder doch Mord? Schnell stellt sich heraus, dass es letzteres ist, und schon sind Tischler und sein Kollege Fink in ihrem Element und ermitteln, was das Zeug hält.

Da es sich bei den Tischler-Krimis um „Provinzkrimis“ handelt, kommt natürlich auch das Lokalkolorit nicht zu kurz. Höchst anschaulich und mit sehr viel liebevollem Humor werden die Nebenschauplätze beschrieben: sei es die Geburtstagsfeier von Finks Mutter, die sich von „ich feier gar nicht“ zu „ich plane ein rauschendes Fest“ entwickelt. Oder die Beziehungen von Tischler mit seiner Britta und die von Fink mit seiner Marie. Dann ist da noch die Perle des Polizeikommissariats Luise, die einiges einstecken muss und trotzdem voller Enthusiasmus „ihrem“ Kommissar hilft. Und, last but not least, Resi, die ebenso eigenwillige wie liebenswerte Dackeldame, die den feschen Kommissar problemlos um ihre Pfote wickelt. Beim Lesen merkte ich sehr schnell, dass die Chemie zwischen allen Beteiligten, egal ob Kommissariat oder Spurensicherung oder Patologe, stimmt. Es wird gefrotzelt, liebenwerte Scherze gemacht, und die Situationskomik kommt auch nicht zu kurz (Stichwort: Haferlschuh).

Dass es bei dem Fall nur bedingt um den Lanz geht, war mir schon klar, als die beiden Ermittler einen überraschende Entdeckung im Haus des Hinterleitners machten. Und doch war die Überführung des Täters unerwartet und der Autor ließ es beim Showdown nochmal richtig krachen.

Also, ja, mir hat der Krimi Spaß gemacht. Er ist witzig und spannend, nicht überzogen und ich bin da ziemlich schnell durchgerutscht. Das einzige, was mir persönlich nicht so gut gefällt (und das ist Jammern auf sehr hohem Niveau), ist, dass die Provinz Bayern ist. Ich habe nix gegen die Bayern, ganz bestimmt nicht. Ich kenne viele nette Menschen von da. Aber bayrisch Lesen, na, des moag i net so gern. Dazu ist mir der norddeutsche Humor vielleicht doch zu nah.

Deine

Wächter, Romy – Paranuit – Der Mensch ist was er tut, nicht was er sagt

Informationen zum Buch:
erschienen am 2. Dezember 2023
Verlag tolino media
264 Seiten
ISBN 978-3757982812

Klappentext / Zusammenfassung:
Drei tote Frauen, drei, die nur knapp überlebt haben und keine Spur. Der Fall scheint aussichtslos, aber Mordermittler Kolja Lorenz gibt nicht auf. Seine Suche nach Hinweisen führt ihn in den berüchtigten BDSM – und Sexclub Velvet, wo er die Bekanntschaft einer rätselhaften Dunkelhaarigen macht. Lorenz gibt deren Werben nach, nicht ahnend, dass diese Entscheidung schon bald sein gesamtes Lebenskonzept ins Wanken bringen wird. Denn Esther Sander, so der Name seiner Schicksalsbegegnung, hütet mehr als nur ein Geheimnis…

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,
dieser Roman ist nicht einfach. Zum einen ist da der Fall, an dem Kolja grade arbeitet: Frauen verschwinden und tauchen Wochen später wieder auf, zum Teil tot, zum Teil schwer verletzt. Doch die Überlebenden können sich an nichts erinnern. Zum anderen sind da die BDSM-Szenen, die ziemlich explizit beschrieben werden – und bei denen klar gemacht wird, dass beide Beteiligten einander unbedingt vertrauen müssen. Esther Sander, die Kolja im Zuge seiner Undercover-Ermittlungen in dem BDSM-Club „Velvet“ kennenlernt, macht aus ihrem Herzen keine Mördergrube, sagt, was sie denkt und redet nicht lange um den heißen Brei. Sie hat sehr gute Freunde, die sich um sie kümmern und sie beschützen, wo sie Schutz braucht. Und schnell gehört auch Kolja dazu. Sie hilft ihm, zu seinen Gefühlen zu stehen und sein Privatleben neu zu ordnen. Er „revanchiert“ sich durch Verständnis, Hilfsbereitschaft und Verlässlichkeit.

Nachdem ich mich mit dem Thema BDSM in dem Roman erstmal angefreunden musste, sind mir Esther und Kolja schon fast ans Herz gewachsen. Alle Protagonisten, also auch Esthers Freunde, sind tiefgründig und sehr einfühlsam beschrieben. Die BDSM-Praktiken werden sachlich erzählt und es wird immer wieder auf das grenzenlose Vertrauen zwischen den Sexualpartnern hingewiesen. In Gesprächen, die Kolja mit allen Beteiligten führt, wird klar, dass es sich um ganz normale, aber auch sehr einfühlsame Menschen handelt. Der Kriminalfall ist der rote Faden, der sich durch das ganze Buch zieht und der immer wieder überraschende Wendungen erfährt.

Unterm Strich hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist ausgefeilt, respektvoll und fesselnd. Ich würde mich sehr freuen, mehr von Romy Wächter lesen zu dürfen.

Deine

Milewski, André – Die Weihnachts-Akten 1

Informationen zum Buch:
erschienen 2021
Verlag André Milewski
102 Seiten
ISBN 9798758413791

Klappentext / Zusammenfassung:
Dezember 1952: Weihnachtszeit in Boston!

Max Falkenburg ist jedoch alles andere als weihnachtlich zumute. Erst seit wenigen Monaten lebt er in der Stadt und hat sich mit seinem Förderer, Professor Critchon, überworfen. Dazu kommt ein chronischer Geldmangel.

Schließlich findet sich Max im Kostüm eines Kaufhausweihnachtsmannes wieder, doch damit fangen seine Probleme erst richtig an …

Eine weihnachtliche Geheimakte-Novelle

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,
der Klappentext verrät eigentlich schon recht gut, worum es in dem Buch geht: Max Falkenburg hat es nach Boston verschlagen, wo er bei Professor Critchon untergekommen ist. Doch dem Professor ist es ein Dorn im Auge, dass Max es nicht schafft, auf eigenen Beinen zu stehen und stellt ihm daher irgendwann ein Ultimatum: verdien Geld oder geh. Notgedrungen macht Max sich auf Arbeitssuche und landet als Weihnachtsmann in einem Kaufhaus. Er macht seinen Job gut und ist bei den meisten Kollegen beliebt. Ausnahmen gibt es immer, klar. Doch dann, am Weihnachtstag, sind in der Juwelenabteilung mehrere wertvolle Preziosen verschwunden und Max wird verdächtigt. Zu recht? Nein. Doch wer ist der Übeltäter?

„Die Weihnachts-Akten 1“ ist mein erster „Geheimakten“-Band von André Milewski – doch sicher nicht mein letzter. Da mir ein wenig die Vorgeschichte von Max und Professor Critchon fehlt, werde ich das Versäumte ganz bestimmt nachholen. Denn sympathisch sind mir die beiden auf jeden Fall geworden und da schon dieser Band sowohl lustig als auch spannend ist, bin ich mir sicher, dass die Hauptserie dem in nichts nachsteht. Danke, André, für die Chance, in Deine Bücher reinzuschnuppern.

Deine

Jülicher, Jasmin – Stadt der Tiefe (Der Hüter 1)

Informationen zum Buch:
erschienen am 15. September 2017
Verlag Nova MD (Self-Publisher)
328 Seiten
ISBN 978-3961114856

Klappentext / Zusammenfassung:
Eine abgeschiedene Stadt unter dem Meer, ein grausamer Serienmörder und kein Entkommen…
Der erste Band der Steampunk-Krimi-Reihe „Der Hüter“ von Jasmin Jülicher.

1888
Biota – Die Stadt, die nach dem Großen Krieg auf dem Meeresboden gebaut worden ist. Für die Bewohner ist sie eine sichere Heimat, denn die Oberen haben dafür gesorgt, dass jede gewalttätige Tendenz in den Menschen zusammen mit ihren Erinnerungen ausgelöscht wurde. Doch dann taucht eine grausam zugerichtete Leiche auf, die es nie hätte geben dürfen. Alexander, oberster Hüter der Stadt, und die Biologin Nic ermitteln und stellen bald fest, dass dieser Mord erst der Anfang war. Denn Biota ist längst nicht die sichere Zuflucht, die sie zu sein scheint…
Sie müssen sich entscheiden: Ist die Wahrheit es wert, dass sie dafür ihr eigenes Leben und die Existenz der gesamten Stadt aufs Spiel setzen?

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,

„Stadt der Tiefe“ war mein erster Steampunk-Roman und ich war gespannt, was mich erwartet. Bis dato wußte ich noch nicht mal, dass es dieses Genre gibt, sonst hätte ich mich bestimmt schon eher daran versucht. Steampunk an sich ist mir seit ein paar Jahren ein Begriff und mich fasziniert die Mischung aus viktorianischer Zeit und moderner Technik, die mit damaligen Mitteln verwirklicht wird. By the way: Hat Jules Verne Steampunk geschrieben? Ich denke das speziell an seine „Nautilus“. Egal, ich schweife ab. Jedenfalls hab ich mich auf storrie.de bei Jasmin beworben, ihr Buch lesen und rezensieren zu dürfen, und dankenswerterweise hat sie zugestimmt.

Im Grunde ist „Stadt der Tiefe“ ein ganz normaler Krimi – wäre da nicht der Schauplatz. Wir werden mitgenommen in eine Stadt, die von einem Visionär auf dem Meeresgrund gebaut wurde, um der Menschheit den langersehnten Frieden zu ermöglichen. Lange Zeit ging es auch gut, doch dann geschieht der erste Mord – und der Oberste Hüter Alexander muss zum ersten Mal zeigen, dass er diesen Rang zu recht bekleidet. Zum Glück ist er ein Fan von Sherlock Holmes und seinen Methoden, so dass er wenigstens eine grobe Anleitung hat, wie solche Ermittlungen ablaufen können. In seiner Ausbildung war so ein Fall nämlich nicht berücksichtigt worden, da es in Biota keine Aggressionen gibt.

Ich fand es wahnsinnig spannend, zu verfolgen, wie Alexander und Nic, die Biologin, gemeinsam lernen, wie Spuren gesammelt und verfolgt werden. Außerdem begleiten wir die beiden, wie sie die Standesunterschiede zwischen ihnen Stück für Stück überwinden und zu Freunden werden. Und last but not least lernt Alexander eine Seite Biotas kennen, von deren Existenz er bis dato überhaupt nichts wußte.

Das Buch zu lesen hat einfach nur Spaß gemacht. Die Story an sich, der Schauplatz, die Protagonisten … es ist fesselnd, all das zu erforschen. Selbst wenn ich es gewollt hätte, hätte ich das Buch nicht aus der Hand legen können. Und ich bin froh und dankbar, dass es noch drei weitere Abenteuer von Alexander und Nic gibt, die gelesen werden wollen.

Deine

Melzener, Axel – Schatten über Colonia

Informationen zum Buch:
erschienen am 27. September 2023
Verlag Fischer Scherz
544 Seiten
ISBN 978-3651025967

Klappentext / Zusammenfassung:
Sie lieben das Leben in ihrer Stadt. Doch es ist in Gefahr.

Köln im Jahr 87 nach Christus: Die Colonia ist eine weltoffene Stadt. Hier leben Menschen verschiedener Kulturen zusammen, arbeiten, feiern und lieben. Auch mit den germanischen Völkern jenseits des Rheins herrscht Frieden. Doch seit einiger Zeit gibt es Überfaälle auf Landvillen. Freie Germanen sind am Werk! Durch einen Zufall wird der junge Anwalt Quintus Tibur in die Ereignisse verwickelt. Als Sohn einer Germanin und eines römischen Soldaten steht er zwischen den Welten. Auch die junge Römerin Lucretia sucht nach ihrem Weg und will Aufklärung. Noch ahnt keiner von beiden, dass ihre Stadt sie gemeinsam brauchen wird.

Ein Krimi, der uns mitreißend modern und unterhaltsam in die römisch-germanische Zeit eintauchen lässt.

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,

bislang hatte ich noch nichts gelesen, was in dieser Zeit und diesem Umfeld spielt. Überhaupt war das antike Rom zuletzt im Geschichtsunterricht für mich Grund, mich etwas intensiver damit zu befassen. Und das ist nun schon recht ein paar Jahre her. Daher wußte ich eigentlich nicht so recht, was mich erwartet. Der Klappentext machte mich neugierig, die Leseprobe auf vorablesen.de ebenfalls und so bewarb ich mich dort für das Buch. Ich hatte Glück.

Meiner Meinung nach sind die Lebensumstände in Colonia zur damaligen Zeit gut recherchiert und anschaulich beschrieben, ohne lehrmeisterhaft rüberzukommen. Im gleichen Maße, wie man immer tiefer in die Geschichte des Buches eintaucht, lernt man auch über das antike Colonia, die Gebräuche und Lebensweisen. Ich konnte mich sehr gut in die damaligen Zeiten versetzen. Die Ermittlungen von Lucretia und Quintus, diesem so ungleichen Ermittlerpaar, sind nachvollziehbar und spannend beschrieben. Eine besondere Würze bekommt das Buch durch die unterschiedliche Herkunft der beiden: Quintus, der sich als Halb-Römer und Halb-Germane mit sehr germanischem Aussehen seine Stellung in der römischen Gemeinde erkämpfen muss, und Lucretia, Tochter aus gutem Hause und von Familie und Sklaven umsorgt aufgewachsen in der Stadt, die sie nie verlassen hat. Sie brauchen, bis sie sich zusammengerauft haben, doch am Ende sind sie wahre Freunde, die sich aufeinander verlassen können und die sich sehr gut ergänzen.

Zur Story: Im Umland Colonias werden die Landgüter reicher Römer von germanischen Horden überfallen, was die Bewohner Colonias in Angst und Schrecken versetzt. Daher wird ein Germane von besorgten Bürgern vor Gericht gezerrt und angeklagt, an den Überfällen beteiligt zu sein. Quintus, ein Anwalt, ist zufällig zugegen und übernimmt den Fall des Germanen, was Lucretia mit ansieht. Kurz danach ist Lucretia zu einer Festivität auf dem Landgut ihrer Schwester. Sie schickt ihre Sklavin und gute Freundin zu Nachbarn mit einem Präsentkorb, grade, als die Nachbarn Opfer eines Überfalls werden. Ihre Freundin wird ermordet und Lucretia schwört Rache. Lucretia sucht bei Quintus Hilfe und damit wird eine Dynamik in Gang gesetzt, der sich beide (und der Leser) nicht mehr entziehen können. Es wird spannend und aufregend und lädt mit der einen oder anderen Situationskomik auch zum Schmunzeln ein.

Das Ende des Kriminalfalls kam für mich nicht so ganz überraschend, ist aber gut erzählt und macht Appetit auf mehr. Ich freue mich schon auf den zweiten Fall dieses ungewöhnlichen Ermittlerduos.

Deine

Klinger, Christian – Die Geister von Triest

Informationen zum Buch:
erschienen am 31. August 2023
Picus Verlag
318 Seiten
ISBN 978-3711721228

Klappentext / Zusammenfassung:
In Europa hebt der Erste Weltkrieg an. Da wird in Triest eine schrullige alte Frau, die von allen nur »die Hexe« genannt wurde, bestialisch ermordet in ihrem Häuschen aufgefunden. Der leidenschaftliche Rennradfahrer Gaetano Lamprecht, Ispettore der Triestiner Polizei, begibt sich auf die Spur des zunächst noch sehr rätselhaften Mörders. Dabei taucht er tief ein in die Geschichte Triests und in die Verstrickungen des Kunsthandels. Er muss sich mit halbseidenen Ganoven und generationenübergreifenden Flüchen herumschlagen. Dabei an seiner Seite: seine kluge Schwester Adina, seine Sekretärin Clara und die schöne Witwe Alessia – die Gaetanos Leben gehörig auf den Kopf stellt …

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,

ich habe das Buch vor ein paar Tagen beendet und muss gestehen, dass ich mich schwer tue, es zu rezensieren. Vielleicht liegt es daran, dass es bereits der zweite Fall von Gaetano Lamprecht ist und ich den ersten nicht gelesen habe. Daher sind mir die Hauptcharaktere nicht vertraut.

Grundsätzlich kann ich sagen, dass es ein handfester Krimi ist. Eine alte Frau wird bestialisch ermordet und Gaetano wird beauftrag, den Mord zu untersuchen. Gleichzeitig zu seinen Ermittlungen wird seine Schwester von einem unheimlichen Typen verfolgt, doch dann stellt sich heraus: Es ist der Hauptverdächtige Gaetanos – bis der Mann in einer Kirche gefunden wird. Und dann war da ja noch der Mord an dem Historiker Winckelmann vor 150 Jahren, dessen Auswirkungen bin die Zeit von Gaetano Lamprechts Ermittlungen reichen.

Wie gesagt, es ist ein handfester Krimi, dessen Zeit und Umfeld gut recherchiert zu sein scheinen. Ansonsten … ich weiß nicht, ob ich mir weitere Fälle von Gaetano Lamprecht ansehen werde. Weder bin ich ein Fan vom Radsport, noch ein großer Italien-Fan.

Deine